
07.12.2006 Bad Staffelstein
Heute führt uns unser Weg ins weltbekannte Bad Staffelstein, genauer gesagt, nach Hausen in den Zebra Club. Dieser sieht zwar von außen so aus, als hätte man vergessen , das Haus abzureißen, aber die Innenräume wiegen dies sofort wieder auf. Außerdem zu erwähnen die nette Betreuung von den Leuten vor Ort.

Auch die Bühne hatte ihren eigenen Charme:
Mediterranes Ambiente wohin das Auge schaut
(erinnert mich iregendwie an eine alte Markthalle in Spanien oder Italien..)
Aber, wie bereits erwähnt, oben sehr nett hergerichtet und das Essen war sehr lecker!!! Die Shows haben gerockt, und ich denke, alle hatten ihren Spass, jeder auf seine Weise...
Doch nun mal näher zu den Menschen, die, wenn sie gemeinsam mit modernen Instrumenten ihrer höhlenartigen Wurzeln gedenken, gerne als Band bezeichnet werden. Rockband trifft es dann noch etwas genauer, wenn zum Höhlenritual auch prähistorische Balztänze aufgeführt werden, und die Instrumente letztendlich (wie damals die abgenagten Knochen) gerne mal durch die Luft geschleudert werden, damit sie die Art ihrer Massendichte verändern.
Der „Schlagzeuger“
(auch: der mit der Band abhängt, selten Honorierung als Musiker)
Das hier ist so einer, der Cani. Neben Trommeln hat Cani auch ein abgeschlossenes Studium der Schwachmatologie und angewandter Flachbandhumoristik. Ein wirklich lieber Kerl, aber lest selbst.
Schlagzeuger in Rockbands sind die Menschen, die am meisten zu tun haben. Das liegt zum einen daran, dass ihr Instrument aus vielen Teilen besteht, dessen hohe Kunst des Zusammensetzens nur dem Besitzer des Instruments verorgen bleibt. Deshalb hat der immer so viel zu schleppen. Klingt doof, ist aber so.
Wenn der Mensch am Schlagzeug irgendwann zu den berühmten Menschen gehört (weil er halt zufällig mit den anderen berühmten Musikermenschen abhängt), dann kauft er sich einen anderen Menschen, der ihm die Arbeit des Zusammensetzens abnimmt. Aber das Ritual des Zusammensetzens ist recht kompliziert und erfordert höchste Konzentration. Da dies für unsere beiden Trommlermenschen sehr ungewohnt ist und sie sich auch gemeinsam nix merken können, haben sie einen, meist seltsam duftenden Teppich dabei, auf dem sie Markierungen, Kreuze und Zeichen aufmalen, wo die wichtigsten Teile ihres Schlagwerks hingehören. Für den Rest haben sie auch Markierungen an die Stangen und Töpfe gemalt, die dann jeden Tag auf dieselbe Weise wieder zusammen geschraubt, geklebt und geklemmt werden, das selbst ausgebuffte Rakentenwissenschaftler neidisch werden würden.
Die restlichen Aufgaben des „Drummers“ sind weniger spannend: Neben explodieren, an eigenem Erbrochenem ersticken, oder zum halbwüchsigen Kuschelrocksänger mit Halbglatze zu werden, kommt ihm die Aufgabe zu, durch halbrhythmisches Topfschlagen und Tschengelrasseln den Rest der Band zusammenzuhalten.Denn damit haben die manchmal ganz schön Schwierigkeiten. Damit der Trommelmensch nicht in Vergessenheit gerät, macht er ab und zu so zuckende Zappelbewegungen über sein "Set", das nennt man dann Break oder Fill. Gelegentlich zerbricht er auch heimliche seine Spielstöcker und wirft sie dann nach den anderen Musikmenschen, damit die merken, daß er sich sehr viel Mühe gibt, alle beisammen zu halten. Leider trifft er nie, und die Stöcker werden von den Zuschauermenschen aufgefangen und stolz zuhause aufbewahrt weil vielleicht irgendwann mal jemand ganz viel Geld für diesen kaputten Stock bezahlt.
Manche Trommlermenschen sind so degeneriert, daß sie beim Spielen Kopfhörer tragen müssen. Eine kleine Maschine sagt ihm dann in piepsiger Geheimsprache, wann er welches von den vielen Töpfen und Radkappen so doll wie er nur kann hauen soll. Für Aussenstehende klingt das so: "Dsokk, Dsokk, Dsokk, Dsokk"
Als Belohnung daß er die Band irgendwie dazu bringt, gleichartig zu wippen, was dem eigenem Spielen zugute kommt, darf der Trommlermensch oft als einziger mit seinem ganzen Geraffel auf einem meist zu kleinem Podest erhöht sitzen. Das freut den Schlagzeuger so sehr, dass man ihm keine Gage zahlen muß.
Das wiederum freut den Manager und den Rest der Band.
Bis morgen,
Nils


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