Sunday, December 10, 2006

08.12.2006 Aschaffenburg

Nach längerer Fahrt erreichen wir Aschaffenburg in der Nacht, da wir direkt nach der Show gefahren sind. Wir wurden gewarnt, aber es kam doch schlimmer.
Als wir von dem Hotel durch die Fußgängerzone hampeln, werden der Cani (ja der Lustige aus dem armen Stand der Trommlermenschen) und ich von zwei sehr charmanten Menschen des öffentlichen Dienstes, Abt. Exekutive, zur Personenüberprüfung gebeten... hmmm... in diesem Augenblick fand ich dieses beschauliche Städtchen nicht mehr so beschaulich. Und überaupt, wozu denn Personen überprüfen, ich weiß doch, wer ich bin...

Dafür mal wieder ein angenehmer Club mit noch netteren Leuten.
d&b in der Front, Max als Monitore, es gibt sogar einen Monitorplatz samt Podiumsselbstbeschallungsanlagenoperateur. Pulte von Soundcraft, Sideracks amtlicher Standard.



Wie es sich schon eingebürgert hat, helfen alle, die schon wieder geradeaus laufen können, beim Ausladen des DED Hängers mit. Bei kleinen Bühnen handhaben wir das mitterweile so, daß sich alle eine Backline teilen, Vocal Kanäle werden weitergesteckt. Das kommt Soundmensch Nessi sehr entgegen, da er eh keine Soundchecks machen mag, weil die Ähnlichkeit mit Klopapier doch zu groß ist (Insider). Also machen nur wir Soundcheck, die anderen rappeln über Linecheck.

Hier mal zwei ganz Nette aus der Sparte Musikermensch und Soundmensch


Der vorne ist Gerome, Trommlermensch der Formation Henchman, der, äh, kleine daneben ist Nessi, Soundmensch für DED.
In Hausen hatte sich der Gesangs- und Gitarrenmensch von Henchman einen kleinen Disput mit einem Ventilator geliefert. Leider war es schon sehr spät, und der Ventilator hatte den Vorteil, daß sich bei ihm nur die Propeller drehten, was sich bei Roger etwas anders verhielt. Ein gechundenes Handgelenk war die Folge. Wir wünschen gute Besserung und Respects, daß die Jungs trotzdem (etwas verkürzt) aufgetreten sind.
Marnie ware heute sehr gut auf der Bühne, die Leute wippten begeistert mit. Fast die gesamte Crew war da und hat sich das Set angeschaut. Das muß man überhaupt mal erwähnen, daß sich wirklich alle alles anschauen, abfeiern und und rauf- und runterrümpeln helfen. Das Klima dieser Entourage ist wirklich ein so lustiges und harmonisches, wie ich es selten erlebt habe. Danke dafür an alle Beteilgten (Streicher in Moll im Hintergrund).

Dann wurde kräftig gefeiert, unter bester Laune beluden wir unser Riesenauto.
















Als wir dann nach Genuß von Fruchtsäften und Müsliriegeln alle so richtig lustig waren, stellte sich heraus, daß wir unser Auto nun doch noch irgendwie vom Club entfernen müßten. Nun war guter Rat teuer. Aufgrund des Vitaminschocks sah sich niemand mehr in der Lage zu fahren.
Gerettet wurden wir von Dennis, seinerseits Bassmensch von Henchman, der mit der Grazie und Präzision eines Schumachers in seinen besten Zeiten unseren Bus durch die nächtlichen Strassen von Aschaffenburg zu unserem Hotel lenkte. Dort wurde er mit nicht weniger als 3 Bier, 5 Zigaretten und einer Kostprobe eines muskelentspannenden Heilpräparats entlohnt und entschwand wenig später mit leicht eierndem Gang zu seinem eigenem Bus, der ganz in der Nähe wartete.


Sänger, Sängerin, (leiernde Geschichtenerzähler), auch Frontmann/ frau, Leadvocals:

Gesangsmenschen sind diejenigen einer Band, die als erstes oder zeites Instrument ihre Stimme benutzen. Diese wird dazu genutzt, dem Zusammenspiel der anderen Musikermenschen einen tieferen Sinn zu geben, damit die Zuschauermenschen nicht gleich merken, daß die Musiker- menschen eigentlich immer daselbe spielen. Hierzu wird eine Geschichte erzählt, oft in einer fremdem Geheimsprache, um die Zuschauermenschen vom Geklimper der anderen abzulenken.
In den Geschichten geht es oft um Liebe, Liebe und Liebe. Oder um das Ende derselbigen.

Hier mal die Gesangsmensch von Marnie:




















Das ist die Meena Miyo. Ihr kommt bei Marnie die Aufgabe des melodischen Geschichtenerzählens zu. Das kann sie wirklich gut, und ihre "Performance", also das rumhopsen, wiegen, und hin-und herstampfen auf der Bühne, wird jeden Tag besser und stärker. Dies tun die Gesangsmenschen aus zwei Gründen. Der erste ist, daß die Zuschauermenschen in ihrer Gedächtnisstruktur sehr optisch unterwegs sind und sich nur wenig mehr merken können als z. B. die Trommlermenschen. Also wird durch besonders herausragendes Nutzen der Körpersprache des Gesangsmenschen der Zuschauermensch optisch geprägt, was die Freude auf ein Wiedersehen erhöht, weil man sich das merkt. Zum anderen ist es die Freude des Gesangsmenschen darüber, daß der Trommlermensch es tatsächlich hingekriegt hat, die restliche Band zusammenzuhalten, und dafür nix haben will außer seinem komischen Podest.
Bleibt also mehr für den Gesangsmenschen übrig.

Bis morgen,

Nils

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