Thursday, December 14, 2006

13.12.2006 Heidelberg

Unser Sachbearbeiter Erdkunde, der Zwie, hat uns ausreichend über die geographische Lage von Heidelberg informiert, einzig bei der Nennung des Gewässers, das durch diese Stadt fließt, geriet er leicht ins Stocken.

Der Club, der heute von der Reisegruppe "Nüchtern sein ist doof" heimgesucht wird, ist so klein, daß die "Roadies" von DED ihre Korrelationsphotonenpumpen auspacken müssen, um durch phasenkoordinierte Abwärtsskalierung die komplette Backline auf die Bühne zu bekommen.
Klappt nicht. Also wird einfach das eine oder andere Teil wieder in den Hänger der mobilen Gummizelle geladen.

Leider ist der Club auch zu klein für meine Kamera, dewwegen heute keine Bilder. Marnies rocken das Haus, aber die Heidelzwerger lassen sich nicht so schnell ihre Hirnmatrizen zubrennen, da muß man sich anstrengen.
Klappt ganz gut, wie die Einträge im Gästebuch am nächsten Tag zeigen.
Noch während die Henchies sich in die Hirne einbrutzeln und den Dogs den Weg in die Show bereiten, zieht es uns wieder auf unsere liebgewonnene Autobahn, um unser Nachtquartier zu beziehen.

Gitarrist, der oder -in, die

Ein wirklich ganz pussierliches Tierchen ist das Gitarrenmensch. Viele Musikerformation kommen nicht ohne aus. Der Gitarrenmensch hat statistisch 3 Gramm mehr Hirnmasse als der Trommlermensch und der Bassmensch, da sein Instrument ganze sechs bis sogar zwölf Saiten hat. Das Spielen diese Instruments, am liebsten natürlich mithilfe einer elektroakustischen Verstärkeranlage, macht ganz besonders viel Spass, aber erfordert auch ne Menge Konzentration. Deswegen muß das viel geübt werden.




















Besonders gut für Gitarrenmenschen ist Playstationspielen, denn das fördert die Augen-Daumen-Finger-Koordination.

Dem Gitarrenmenschen kommt die Aufgabe zu, das teilweise rhythmische Treiben der Trommel- und Bassmenschen, sowie die Gesangsdarbietung des Gesangsmenschen melodisch zu verknüpfen und zu unterstützen. Dies tun sie besonders gern wenn ihnen ein sogenanntes Solo zufällt: Dann drängt der Gitarrenmensch nach vorne und windet sich mit dem Körper . Dazu erzeugt er (oder sie) mit dem Instrument ein seltsam anmutendes, nach sterbender katze klingendes Nachrichtensignal, mit dem er einer entfernten außerirdischen Macht die Koordinaten des nächstgelegenen Bierkastens mitteilt.
Da Gitarrenmenschen sich sonst als Kammerjäger verdingen, und Kakerlaken mit den Füßen platt treten, haben sie bei Auftritten häufig sperrige Bretter vor sich liegen, die mit käferartigen Buckeln beklebt sind. Da treten sie dann völlig unkoordiniert darufrum, in der Hoffnung, dass aus der Box irgendwann genau der Sound von neulich im Übungsraum kommt.

Wenn mehrere Gitarrenmenschen auf einer Bühne in einer Formation spielen, müssen sie sich irgendwie einig werden, wer was spielt. Meist endet das so, daß man sich mit den Soli einfach abwechselt, was hier und da vorzeitiges Altern der anderen Musikermenschen zur Folge hat.


14.12.2006

Übrigens bin jetzt endlich mit dem Blog up to date, was n bissl schade ist, da die Tour nun fast vorbei ist.
Im Moment sitze ich gerade in der Musikwerkstatt und schaue und höre zu, wie die Backline- und Soundmenschen ihre verrosteten Utensilien für aussenstehende nicht nachvollziehbar auf der Bühne verstreuen und "Tssssaaa, tssssaaaa..!!!" in Eistütenähnliche Metalltrichter rufen.

Etwas melancholisch, weil heute unsere letzte Show mit den Dogs und Henchman ist,

Nils
(muß zuhause erstmal n schlaues Buch lesen..... ) :-)

12.12.2006 Saarbrücken

Heit spiel mer in Saarbrigge... Na dann mal los! Unterwegs auf der Autostrada liefern wir uns ein erbittertes Beschleunigungsrennen mit Thomasz, der die Musikermenschen in einer von außen nicht als solche zu erkennenden Gummizelle von Club zu Club fährt. In dieser gibt es für die Musikermenschen und ihr devotes Gefolge Hygiene- und Sozialbereiche, in denen man Übungsraumgleich zusammenhängt und über Sachen des Lebens diskutiert, wie z.B.Nuklearphysik oder die psychosoziometrische Definiton des Raum-Zeitkontinuums unter Berücksichtigung von Heider und Hawking. Für die Ruhephasen gibt es Isolationskabinen, in denen dem Einliegendem durch sanftes Schaukeln kräftig das Hirn gewaschen wird.

Da wir die Stärkere Fraktion Grimassenschneider sind, gewinnt das Team Marnie Sprinter.

Vom restlichen Tag gibt es an dieser Stelle außer lecker Happahappa und furiosen Bandauftritten nur ein Bild vom Abbau,
















denn die Vertreter der Sparte Soundmenschen waren heute aussergewöhnlich froh, als der Abend zu Ende war, denn dann konnte man sich darum kümmern, diese Hightechschlacht der Audiophilie schnellstmöglich mithilfe der hochprozentig ausgestatteten Bühnenapotheke (so ne hellblaue Babbywanne mit Anti-Schrei-Deckel) zu vergessen.

Prost,

Nils

11.12.2006 Stuttgart Off- Day

Uiuiuiui... der gestrige Abend hat Spuren hinterlassen.. verschwommene Gestalten schleifen sich trotz schwerer Köpfe zum Frühstück bei Tatti, dank Kaffee und Brötchen verzieht sich der Nebel. Leicht groggy brettern wir zurück nach Stuttgart, und entspannen mit Büchern und DVDs und Essen in der gemütlichen Wohnung.
















Guten Appetit, allerseits!

Nils

Schlonsi oder Matsche (auch Shepherds Pie):
4 Personen:
500g Rindergehacktes
Möhren
Kartoffeln
1 Paprika
1 Glas Erbsen mit Möhren
Zwiebel
Knoblauch
Paprika scharf
Oregano
Ketchup (am besten Heinz)
bissl Gemüsebrühe

Zwiebeln, Knoblauch, Paprika würfeln, 2 Möhren in dünne Scheiben. Alles in der Pfanne glasig brutzeln, Hackfleisch dazu (Hackfleisch kleinstossen), alles garen und mit Salz, Pfeffer, Paprika und Oregano würzen. Erbsen hinzufügen, nach gewünschtem Geschmack und Konsistenz Ketchup zugeben, alles schön blubbern lassen (nicht zu flüssig!).
Kartoffeln und 3 Möhren schälen, schnippeln. In Salzwasser mit etwas Brühe weichkochen, mit Milch und etwas Kräutern zu Püree stampfen.
Hackfleisch in Auflaufform füllen, mit dem Püree decken. Nach belieben die Prüreedeacke mit Käse bestreuen, alles in den Ofen bei Oberhitze und Grillstufe, bis Käse und Püree lecker gebräunt sind.
Dazu etwas Baguette und frischen Salat.
Mmmhh.... lecker!

Nils

Tuesday, December 12, 2006

10.12.2006 München Feierwerk

Nach der 3 stündigen Fahrt kamen wir etwas zerkittert und müde in Stuttgart an. Dort erwartete uns jedoch eine freudige Überraschung: Wir durften in der Gäste-Wohnung von Ariane schlafen, die Schwester von Tina. Tina kümmert sich um das Management der Band Marnie.
Die Altbauwohnung haut uns alle um, so gemütlich und nett eingerichtet, daß wir uns ganz schnell in die warmen, kuscheligen Betten packen und sofort einschlafen.














Cani und Zwie waren so angetan, daß sie nach Zwieback und nem Carsten Bier ihre Singer- Songwriter-Fähigkeiten unter Beweis stellten.

Am frühen Nachmittag brummen wir nach München. Das Feierwerk empfängt uns mit allen Annehmlichkeiten, die man sich so wünschen kann. PA von KS, Pult Yamahatsnichtleicht PM3500, auf der Bühne lachen uns Martin LE400 an. Puh, der tach wird jut.
Wurde er auch. Tatti, ebenfalls vom Management, besucht uns. Später in dieser Nacht werden wir bei ihr im Keller unseren Rausch ausschlafen. Mehr werde ich von diesem Abend aus Gründen des guten Anstands nicht berichten, außer einem Zitat: " Abschuss mit Ansage".

Die Show gefällt, die Leute sind von Anbeginn am Wippen, Marnie brutzelt sich in die Hirnwindungen.
Hatte ich schon erwähnt, daß ein besonderes Erlebnis der DED Show ist, wenn Meena mit den Dogs "Undivided" durch Singen und Schnellsprech perfekt ergänzt?

Hier mal ein verwaschenes Bild von den Dogs beim Rocken:

















Bassit, der oder Bassistin, die (auch Grooveminister genannt):
















Hier sehen das Exemplar von Marnie, den guten Zwie.
Bassmenschen sind schon etwas Besonderes. Meistens sind sie, so wie unser Zwie, der ruhende Pol(e) einer Musikerformation. Das müssen sie auch sein, denn ihnen kommt eine nicht weniger komplizierte Aufgabe zu wie dem Trommlermenschen. Sie sind dafür zuständig, daß das auf der Bühne zusammengesemmelte Erlebnis mit einem kräfitgen Fundament untermauert wird. Auch haben sie dafür zu sorgen, daß der Trommlermensch sein "jetz hau ich hierhin und nu dresch ich dahin" mit dem Bassmenschen ein wenig kombiniert. Bassmenschen brauchen ein sehr langen rechten Arm, damit sie die Saiten besser anschlagen können, weil der umgebaute Tennisschläger um ihren Hals in Kniehöhe hängt. Dafür kann der linke Arm auch gern mal kürzer sein, hat ja eh kaum was zu tun.
Einige Bassmenschen tragen aufgrund verkürzter Arme ihr Instrument auf Brusthöhe, dies sind meist Krieger der Gattung "Funkmusikbassmensch".
Bassmenschen haben den großen Vorteil, sich auch nicht soviel merken zu müssen, da ihr Instrument glücklicher 2 Saiten weniger hat als ein Gitarre. Deshalb brauchen sie nur beim Gitarrenmenschen abgucken wo der seine Hände rumgewickelt hat, und versuchen, bei ihrem Instrument irgendwas in Nähe davon zu treffen.

Ich glaub, ich krieg bald Kloppe... :-)

Nils

09.12.2006 Kaisersech

Heute geht´s in die Eifel, Cani´s Heimvorteil. Nach langem Suchen mit astrologischen Vergößerungsinstrumenten haben wir (und unser Navi) diese Metropole inmitten der schönsten Nadelgehölzes der Republik gefunden. Die M-Box macht einen soliden Eindruck, amtlich gemauertes Gebäude. Innen eine Disco samt Bühne, Gary Oldman leuchtet gerade die Bühne ein. Der Mann ist etwas ruppig, bei näherem Hinsehen meint man, daß es vielleicht daran liegt, daß ihm heute morgen irgendetwas schlimmes mit seinem Rasierapparat passiert ist. Trommlermensch Nils meint, vielleicht ist auch das adidas Endorsement ausgelaufen..

PA ist heute etwas gegensätzlich gehalten: FOH im modernen schwarzgrau (Crest X8, Sideracks vom Boden bis zu Decke), Bühnen- und Publikumsorientierte Schallwandler kommen eher so im klassisch gediegenem Grau bis Schwarz daher, einige in Filzmäntel gehüllt, Understatement versprühend.















Soundmensch Nessi ist so begeistert, daß er sich vornimmt, die Schallwandler in ihren Einzelteilen mittels der Potenzierungstheorie (viel hilft viel) im ganzen Laden zu verstreuen.

Später hat er davon Abstand genommen, da auch er von der Gemütlichkeit und Fürsorge des Backstage samt Leuten anenehm überrascht war. Lecker Essen, Daumen hoch für die M-Box!!

Heute auch noch mit dabei, die Jungs von HiFly, ab 20.30h heizen wir nacheinander den Zuschauermenschen mächtig ein. Jede Musikerformation bemüht sich , durch besonders geschicktes Körperzucken sich und seine Leute besonders tief in die Wiedererkennungsmatrix des Zuschauermenschen einzubrennen.
Viele waren der Meinung, daß Marnie heute die bisher beste Show abgeliefert haben, ich finde das auch, mir hat es sehr gut gefallen und Spass gemacht.
Da unsere nächste Schlafstatt in Stuttgart ist, müssen wir leider nach den Henchmännern gehen, aber sind uns ganz sicher das die Dogs wieder den Kampf für gute Laune für sich entscheiden werden.

Die Autobahn jagend,

Nils

Sunday, December 10, 2006

08.12.2006 Aschaffenburg

Nach längerer Fahrt erreichen wir Aschaffenburg in der Nacht, da wir direkt nach der Show gefahren sind. Wir wurden gewarnt, aber es kam doch schlimmer.
Als wir von dem Hotel durch die Fußgängerzone hampeln, werden der Cani (ja der Lustige aus dem armen Stand der Trommlermenschen) und ich von zwei sehr charmanten Menschen des öffentlichen Dienstes, Abt. Exekutive, zur Personenüberprüfung gebeten... hmmm... in diesem Augenblick fand ich dieses beschauliche Städtchen nicht mehr so beschaulich. Und überaupt, wozu denn Personen überprüfen, ich weiß doch, wer ich bin...

Dafür mal wieder ein angenehmer Club mit noch netteren Leuten.
d&b in der Front, Max als Monitore, es gibt sogar einen Monitorplatz samt Podiumsselbstbeschallungsanlagenoperateur. Pulte von Soundcraft, Sideracks amtlicher Standard.



Wie es sich schon eingebürgert hat, helfen alle, die schon wieder geradeaus laufen können, beim Ausladen des DED Hängers mit. Bei kleinen Bühnen handhaben wir das mitterweile so, daß sich alle eine Backline teilen, Vocal Kanäle werden weitergesteckt. Das kommt Soundmensch Nessi sehr entgegen, da er eh keine Soundchecks machen mag, weil die Ähnlichkeit mit Klopapier doch zu groß ist (Insider). Also machen nur wir Soundcheck, die anderen rappeln über Linecheck.

Hier mal zwei ganz Nette aus der Sparte Musikermensch und Soundmensch


Der vorne ist Gerome, Trommlermensch der Formation Henchman, der, äh, kleine daneben ist Nessi, Soundmensch für DED.
In Hausen hatte sich der Gesangs- und Gitarrenmensch von Henchman einen kleinen Disput mit einem Ventilator geliefert. Leider war es schon sehr spät, und der Ventilator hatte den Vorteil, daß sich bei ihm nur die Propeller drehten, was sich bei Roger etwas anders verhielt. Ein gechundenes Handgelenk war die Folge. Wir wünschen gute Besserung und Respects, daß die Jungs trotzdem (etwas verkürzt) aufgetreten sind.
Marnie ware heute sehr gut auf der Bühne, die Leute wippten begeistert mit. Fast die gesamte Crew war da und hat sich das Set angeschaut. Das muß man überhaupt mal erwähnen, daß sich wirklich alle alles anschauen, abfeiern und und rauf- und runterrümpeln helfen. Das Klima dieser Entourage ist wirklich ein so lustiges und harmonisches, wie ich es selten erlebt habe. Danke dafür an alle Beteilgten (Streicher in Moll im Hintergrund).

Dann wurde kräftig gefeiert, unter bester Laune beluden wir unser Riesenauto.
















Als wir dann nach Genuß von Fruchtsäften und Müsliriegeln alle so richtig lustig waren, stellte sich heraus, daß wir unser Auto nun doch noch irgendwie vom Club entfernen müßten. Nun war guter Rat teuer. Aufgrund des Vitaminschocks sah sich niemand mehr in der Lage zu fahren.
Gerettet wurden wir von Dennis, seinerseits Bassmensch von Henchman, der mit der Grazie und Präzision eines Schumachers in seinen besten Zeiten unseren Bus durch die nächtlichen Strassen von Aschaffenburg zu unserem Hotel lenkte. Dort wurde er mit nicht weniger als 3 Bier, 5 Zigaretten und einer Kostprobe eines muskelentspannenden Heilpräparats entlohnt und entschwand wenig später mit leicht eierndem Gang zu seinem eigenem Bus, der ganz in der Nähe wartete.


Sänger, Sängerin, (leiernde Geschichtenerzähler), auch Frontmann/ frau, Leadvocals:

Gesangsmenschen sind diejenigen einer Band, die als erstes oder zeites Instrument ihre Stimme benutzen. Diese wird dazu genutzt, dem Zusammenspiel der anderen Musikermenschen einen tieferen Sinn zu geben, damit die Zuschauermenschen nicht gleich merken, daß die Musiker- menschen eigentlich immer daselbe spielen. Hierzu wird eine Geschichte erzählt, oft in einer fremdem Geheimsprache, um die Zuschauermenschen vom Geklimper der anderen abzulenken.
In den Geschichten geht es oft um Liebe, Liebe und Liebe. Oder um das Ende derselbigen.

Hier mal die Gesangsmensch von Marnie:




















Das ist die Meena Miyo. Ihr kommt bei Marnie die Aufgabe des melodischen Geschichtenerzählens zu. Das kann sie wirklich gut, und ihre "Performance", also das rumhopsen, wiegen, und hin-und herstampfen auf der Bühne, wird jeden Tag besser und stärker. Dies tun die Gesangsmenschen aus zwei Gründen. Der erste ist, daß die Zuschauermenschen in ihrer Gedächtnisstruktur sehr optisch unterwegs sind und sich nur wenig mehr merken können als z. B. die Trommlermenschen. Also wird durch besonders herausragendes Nutzen der Körpersprache des Gesangsmenschen der Zuschauermensch optisch geprägt, was die Freude auf ein Wiedersehen erhöht, weil man sich das merkt. Zum anderen ist es die Freude des Gesangsmenschen darüber, daß der Trommlermensch es tatsächlich hingekriegt hat, die restliche Band zusammenzuhalten, und dafür nix haben will außer seinem komischen Podest.
Bleibt also mehr für den Gesangsmenschen übrig.

Bis morgen,

Nils


07.12.2006 Bad Staffelstein

Heute führt uns unser Weg ins weltbekannte Bad Staffelstein, genauer gesagt, nach Hausen in den Zebra Club. Dieser sieht zwar von außen so aus, als hätte man vergessen , das Haus abzureißen, aber die Innenräume wiegen dies sofort wieder auf. Außerdem zu erwähnen die nette Betreuung von den Leuten vor Ort.




Auch die Bühne hatte ihren eigenen Charme:
Mediterranes Ambiente wohin das Auge schaut
(erinnert mich iregendwie an eine alte Markthalle in Spanien oder Italien..)

Aber, wie bereits erwähnt, oben sehr nett hergerichtet und das Essen war sehr lecker!!! Die Shows haben gerockt, und ich denke, alle hatten ihren Spass, jeder auf seine Weise...



Doch nun mal näher zu den Menschen, die, wenn sie gemeinsam mit modernen Instrumenten ihrer höhlenartigen Wurzeln gedenken, gerne als Band bezeichnet werden. Rockband trifft es dann noch etwas genauer, wenn zum Höhlenritual auch prähistorische Balztänze aufgeführt werden, und die Instrumente letztendlich (wie damals die abgenagten Knochen) gerne mal durch die Luft geschleudert werden, damit sie die Art ihrer Massendichte verändern.


Der „Schlagzeuger“

(auch: der mit der Band abhängt, selten Honorierung als Musiker)


Das hier ist so einer, der Cani. Neben Trommeln hat Cani auch ein abgeschlossenes Studium der Schwachmatologie und angewandter Flachbandhumoristik. Ein wirklich lieber Kerl, aber lest selbst.

Schlagzeuger in Rockbands sind die Menschen, die am meisten zu tun haben. Das liegt zum einen daran, dass ihr Instrument aus vielen Teilen besteht, dessen hohe Kunst des Zusammensetzens nur dem Besitzer des Instruments verorgen bleibt. Deshalb hat der immer so viel zu schleppen. Klingt doof, ist aber so.

Wenn der Mensch am Schlagzeug irgendwann zu den berühmten Menschen gehört (weil er halt zufällig mit den anderen berühmten Musikermenschen abhängt), dann kauft er sich einen anderen Menschen, der ihm die Arbeit des Zusammensetzens abnimmt. Aber das Ritual des Zusammensetzens ist recht kompliziert und erfordert höchste Konzentration. Da dies für unsere beiden Trommlermenschen sehr ungewohnt ist und sie sich auch gemeinsam nix merken können, haben sie einen, meist seltsam duftenden Teppich dabei, auf dem sie Markierungen, Kreuze und Zeichen aufmalen, wo die wichtigsten Teile ihres Schlagwerks hingehören. Für den Rest haben sie auch Markierungen an die Stangen und Töpfe gemalt, die dann jeden Tag auf dieselbe Weise wieder zusammen geschraubt, geklebt und geklemmt werden, das selbst ausgebuffte Rakentenwissenschaftler neidisch werden würden.

Die restlichen Aufgaben des „Drummers“ sind weniger spannend: Neben explodieren, an eigenem Erbrochenem ersticken, oder zum halbwüchsigen Kuschelrocksänger mit Halbglatze zu werden, kommt ihm die Aufgabe zu, durch halbrhythmisches Topfschlagen und Tschengelrasseln den Rest der Band zusammenzuhalten.Denn damit haben die manchmal ganz schön Schwierigkeiten. Damit der Trommelmensch nicht in Vergessenheit gerät, macht er ab und zu so zuckende Zappelbewegungen über sein "Set", das nennt man dann Break oder Fill. Gelegentlich zerbricht er auch heimliche seine Spielstöcker und wirft sie dann nach den anderen Musikmenschen, damit die merken, daß er sich sehr viel Mühe gibt, alle beisammen zu halten. Leider trifft er nie, und die Stöcker werden von den Zuschauermenschen aufgefangen und stolz zuhause aufbewahrt weil vielleicht irgendwann mal jemand ganz viel Geld für diesen kaputten Stock bezahlt.

Manche Trommlermenschen sind so degeneriert, daß sie beim Spielen Kopfhörer tragen müssen. Eine kleine Maschine sagt ihm dann in piepsiger Geheimsprache, wann er welches von den vielen Töpfen und Radkappen so doll wie er nur kann hauen soll. Für Aussenstehende klingt das so: "Dsokk, Dsokk, Dsokk, Dsokk"

Als Belohnung daß er die Band irgendwie dazu bringt, gleichartig zu wippen, was dem eigenem Spielen zugute kommt, darf der Trommlermensch oft als einziger mit seinem ganzen Geraffel auf einem meist zu kleinem Podest erhöht sitzen. Das freut den Schlagzeuger so sehr, dass man ihm keine Gage zahlen muß.

Das wiederum freut den Manager und den Rest der Band.

Bis morgen,

Nils

Friday, December 08, 2006

06.12.2006 Jena F-Haus

So, um jetzt mal kurz Klartext zu geben, falls jemandem noch die Ecken fehlen.
Die Band Marnie ist als Opening Support auf der aktuellen Dog Eat Dog Tour mit an Bord. Diese jenigen welchen haben auch noch eine sehr nette Supportband aus der Schweiz dabei namens Henchman.
Was ist ein Support?
Supportacts sind eine vermutliche grenzenlose Zahl von jungen, alten, aber in jedem Fall engagierten Bands, die den sogenannten Headliner supporten, indem sie versuchen, das Publikum auf das bevorstehende Konzert einzustimmen. Nicht ganz uneigenützig wird dies natürlich für die eigene Promotion genutzt. Der Headliner supportet wiederum den Support, da er ihnen ja die Möglichkeit gibt, vor einem großen Publikum zu spielen, man stellt sozusagen seine Popularität zur Verfügung, damit eine größere Gruppe von Menschen die Bemühungen einer kleinen Band zu sehen und hören bekommt.
Also sind Henchman der Support für DogEatDog.
Und was ist der Opener Support?
Das ist die Band Marnie, die im Prinzip dasselbe tut wie die Henchmänner, nur halt eben noch vor denen, also sehr früh am Abend, wenn der Laden sich gerade zu füllen beginnt. Schade, is aber so. Dennoch haben wir viel Spass, denn die Band lernt bei jedem Konzert Neues dazu, ein paar Leute bleiben auf dem Sound hängen und fragen interessiert nach.

Der Headliner, in diesem Fall Dog eat Dog, sind standesgemäß die Helden des Abends, da sie ja der Grund dafür sind, daß sich viele Menschen in den jeweiligen Städten auf den Weg in einen dieser Clubs machen.

Die Notizen diese Blogs entstehen aus der Sicht des Technikers, der die Marnies mischt.

Jena war ein netter Club mit kaltem Essen, aber sehr netten Leuten. Alle drei Bands haben mächtig gerockt, Interesse geweckt, und bereits bestehende Symapthien nachhaltig vertieft (DED).

Thursday, December 07, 2006

Die Tour geht los!

05.12.2006 Fahrt nach Jena

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Neuhausen, da die eigentliche Supportband für diesen Abend wohl ausfallen wird. Nachdem wir die Hälfte der Strecke gefahren sind, ereilt uns die Meldung, daß die Show nicht mit uns stattfinden wird. Dem örtlichen sind vier Bands zu viel. Nach dem zu urteilen, was uns später berichtet wurde, alen anderen wohl auch. Also brausen wir weiter nach Jena...















Nach gefühlten 16 Tagen kommen wir in Jena an und beziehen Quartier im Thüringer Hof.
Dann treffen wir eine Freundin unseres Bassisten und ziehen durch Downtown Jena. Hier tun sich seltsame Begegnungen auf...
Wir lernen interessante Menschen kennen und müssen feststellen, daß wir dem Ruf der Rockbands nicht wirklich gerecht werden...
Doch die Elfenkönigin Gina (eigentlich heißt sie Angela, also warum nicht AnGina..?) hilft uns durch sogenannte Schnellanalysetherapie schnell wieder unser Selbstvertrauen wiederzufinden..


04.12.2006

Gegen 17h erreichen wir die Zeche Carl. Die anderen sind schon da. Die anderen sind Henchman aus der Schweiz und Dog eat Dog aus New Jersey, USA. Mit dabei sind die Techniker Nessi, sowie die Backliner für alle Saiteninstrumente, dessen Namen ich nachreichen muß (sorry), und der Drumtech, Percussionist und Mixer für Henchman, Nils.
Allesamt sehr freundlich und wir werden sehr herzlich aufgenommen. Keine Starallüren, wir teilen alles was geteilt werden muß, was die Arbeit für mich sehr angenehm macht. Ich fürchtete schon mit 3-4 Kanälen, die am Ende für mich übrig bleiben...
Sehr gute Show von allen, Marnie sind gut angekommen, viele fragten bereits nach PromoCDs und weiteren Auftritten.


03.12.2006

Es ist soweit, wir fahren endlich los. Wir, das ist die Band Marnie aus Berlin und ich werde versuchen, die Schallereignisse zu sortieren.
Die erste Station bringt uns nach Essen in die Zeche Carl. Man hatte sich entschieden, eine Tag früher anzureisen, was recht angenehm ist um Stress zu vermeiden. Zwischenstopp in Köln bei Meena´s Schwester, die uns für die Nacht beherbergen wird. Also nochmal abends feiern.